21.11.2021

Austausch mit Jugendleitern - Kreis-Jugendausschuss unterwegs

Autor / Quelle: KHHa/FFor

Der Kreis-Jugendausschuss (KJA) NFV Emsland hat nach einem Jahr Pause jetzt wieder die Vereinsverantwortlichen für Jugendfußball zu Informations-Veranstaltungen eingeladen. Bei den drei sog. Kaminabenden (EL-Nord-, Mitte und Süd) gab es regen Austausch, vor allem bezüglich div. Änderungen. Im Mittelpunkt standen neue Spielformen für die Altersklassen G-, F- und E-Jugend.

Dem KJA gehören diese fünf Personen an:

Stefan Jürgens (Emsbüren, Vorsitzender), Hans-Georg Münster (Esterwegen, stellv. Vorsitzender), sowie die drei Beisitzer Stephan Sievers (Werpeloh), Hubert Bröring (Dörpen) und Manfred Schlangen (Haselünne).

 

Stefan Jürgens erklärte jeweils zu Beginn der Veranstaltungen, dass der KJA den Dialog mit den Vereinen gesucht hat, um gemeinsam mit den Vereinsvertretern wegweisende Änderungen für die Zukunft des Jugendfußballs im Emsland zu besprechen. „Miteinander reden, statt übereinander“, so Jürgens.

Der KJA hat sich in einer Klausurtagung intensiv auf die Kaminabende vorbereitet. Dabei sind unter anderem diese fünf Gruppen gebildet worden: Team Feld, Team Halle, Team Digitalisierung, Team Kinderfußball und Team Zukunft/Dialog. KJA-Mitglieder und Staffelleiter sorgen für die Organisation je Team.

Neue Regeln im Kinderfußball

Vom DFB  professionell empfohlen, geht der Kinderfußball in den Altersklassen von der G- bis zur E-Jugend seit 2019 mit einem neuen Konzept an den Start. Auf diese Thematik ist der KJA ausführlich eingegangen. Statt der teilweise hohen Spielergebnisse stehen die Förderung und Entwicklung der Kinder im Vordergrund. Diese Neuerungen für die Altersklassen G-, F- und E-Jugend sollen damit verbunden sein:

Mehr Ballkontakte, alters- und entwicklungsgerechter, mehr Spielzeit, mehr Tore und damit auch mehr individuelle Erfolgserlebnisse

Je nach Alter wird im Zwei-gegen-Zwei, Drei-gegen-Drei, Fünf-gegen-Fünf oder im Sieben-gegen-Sieben gespielt – jeweils auf kleinen Spielfeldern mit jeweils 4 kleinen Toren (max. 2,0m x 1,2m). „Da von diesen Toren emslandweit sehr viele benötigt werden, haben wir die Hoffnung,  für die Anschaffung Zuschüsse von einer Stiftung zu erhalten“, erklärte hierzu Friedhelm Forbriger vom KFV-Vorstand, „sodass diese dann relativ günstig zu bekommen wären“.

Zu den Neuerungen hat der KJA ausführlich Stellung genommen zum Status Quo, mögliche Spielformen, Vorteile, Grundlagen und Organisation. Die Erkenntnisse wurden anschaulich verdeutlicht durch Zahlen, Daten und Fakten, u. a. Dribblings je Spieler pro Minute, Laufgeschwindigkeit, Ballsicherheit und Tore. Im Internet unter www.dfb.de/kinder befinden sich zu den neuen Regeln und Spielformen im Kinderfußball sehr ausführliche Informationen, unter anderem ein Erklärvideo.

Einig waren sich die Versammlungsteilnehmer darin, dass man in Zukunft alles das umsetzen möchte, was den Vereinen hilft und dem Fußball im Emsland dient – soweit die Satzungen und Spielordnungen dieses zulassen.

Wie geht es hierzu im Emsland weiter?

Der KJA empfiehlt kleinere, regionale, zunächst evtl. auf Samtgemeinde-Ebene beschränkte Veranstaltungen, um Erfahrungen zu sammeln und nicht von Anfang an die Vereine mit der Organisation zu überfordern. Geplant sind einzelne Pilot-Festivals mit Minikickern (Art Blockspieltage) für die Rückrunde jeweils in EL-Nord-, Mitte und Süd. Anschließend erfolgt die Auswertung der Erfahrungen nach Gesprächen mit Teilnehmern, Eltern, Vereinen und Trainern. Danach soll die Entscheidung zur Art der Einführung in der Saison 2022/2023 fallen.

Über den Schulfußball-Ausschuss wird das System auch in die Grundschulen durch Lehrgangsangebote etc. hineingetragen, wobei man speziell auch für die Mädchen Aktionen vorsieht.

Umfrage/Meinungsbild

Der KJA hatte eine online-Umfrage unter den Vereinen gestartet, um ein möglichst breites Meinungsbild zu bekommen. In der Umfrage gab es deutliche Kritik bezüglich Staffeleinteilung im jüngeren Bereich. In der diesbezüglichen Diskussion ergaben sich ein paar neue Ansätze: Evtl. soll die Staffeleinteilung nach Leistungsstärke der Mannschaften vorgenommen werden. Das setzt jedoch eine Verantwortung der Trainer voraus, die ihre eigene Mannschaft realistisch und transparent einordnen müssen. Angestrebt würden damit spielstärkenhomogene Staffeln.

Bezüglich rückläufiger Mannschaftszahlen im älteren Bereich wurde der Wunsch nach übergreifenden Staffeln bei der A- und B-Jugend geäußert. In der Diskussion wurde auch die Tendenz deutlich, auf die Hallen-Kreismeisterschaft der A- und B-Jugend zu verzichten, um mehr Platz für die jüngeren Jahrgänge zu schaffen.

Berichte der Ausschüsse

Schiedsrichter: Tobias Dankert (Vors. Schiedsrichterausschuss) hat auf den zunehmenden Mangel an Schiedsrichtern hingewiesen. Daraufhin erfolgt nun eine Werbekampagne für neue Referees über die Vereine und Schulen, um Teilnehmer*innen für drei neu geplante Anwärter-Lehrgänge zu gewinnen. „Das dürfen gerne auch Ältere sein“, so Dankert. „Wiederholt ist es schwierig, alle Spiele zu besetzen“. Man habe kein Ausbildungsproblem, sondern ein „Erhaltungsproblem“ (ausgebildete Schiedsrichter behalten).

Qualifikation: Kerstin Kossen (Vors. Ausschuss für Qualifizierung) hat das System der Talentförderung erneut vorgestellt. Es soll in Absprache mit dem Arbeitskreis „Qualifikation“ ein stärkerer Fokus auf die Mädchenförderung gelegt werden. Das Angebot für Fortbildungsmaßnahmen besteht weiterhin. Um Anfragen, Wünsche und Anregungen hierzu wird gebeten.

Beim LSB ist eine Richtlinie auf dem Weg, aus der man „Bewegungscamps“ fördern lassen kann.

Bemängelt wurde aus einer Versammlung, dass Talentförderung nicht mehr für A- und B-Jugendliche gilt und diese sich nur über das JLZ weiter verbessern können.

Frauen- und Mädchenfußball: Gerrit Bruns (Vors. Frauen- und Mädchenausschuss) hat sich als Nachfolger von Maria Kruse vorgestellt. Die Situation im Mädchenfußball sei aktuell nicht zufriedenstellend. Daher ist eine Aktion geplant, um mehr Mädchen über Kontaktpersonen in den Schulen und Vereinen zum Fußball zu bringen. Auch von den neuen Spielformen im Kinderfußball erhofft man sich weiteren Zulauf.

„Ein größerer Event ist in Planung. Hierüber werden die Vereine informiert, sobald es an die Umsetzung geht“, erklärte Bruns.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 24.11.2021

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