08.01.2018

„Müssen die Vereine zu mehr Schiedsrichtern zwingen“

Autor / Quelle: Dieter Kremer/FFor

500 Gäste beim Erfahrungsaustausch in Halle IV in Lingen

 

Lingen. Am Abend, bevor sie beim 36. Hallenturnier ihre Fähigkeiten am Ball demonstrierten, versammelten sich die rund 500 niedersächsischen Jungschiedsrichter in Halle IV in Lingen zum Gedankenaustausch.

Ohne den im vergangenen Oktober zum Nachfolger von Karl Rothmund gewählten und verhinderten NFV-Präsidenten Günter Distelrath, aber mit zahlreichen Gästen aus Politik und Sport, ging das Treffen am Freitagabend über die Bühne. Eigentlich sind bei dieser Gelegenheit auch Schiedsrichter der 1. und 2. Bundesliga dabei. Doch weil sie aktuell im gemeinsamen Trainingslager auf Mallorca (3. bis 8. Januar) sind, fehlten sie in Lingen. Dafür waren mit Michael Weiner (48), Thorsten Schriever (41) und Wolfgang Mierswa (70) ehemalige Referees anwesend.

„Aus meiner Sicht gehört diese Veranstaltung heute Abend unbedingt zum Jungschiedsrichterturnier dazu“, unterstrich Dieter Ohls, Vorsitzender des Fußballbezirks Weser-Ems und zugleich Vizepräsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV). Das sei kein Abend für die Funktionäre, sondern für den Schiedsrichternachwuchs, fügte Ohls hinzu. „Ihr seid die Hauptdarsteller dieser zwei Tage.“

Ohls brach eine Lanze für die Fußballschiedsrichter. „Respekt ist das, was wir uns alle wünschen im Miteinander“, sagte er. Respekt würden auch die Schiedsrichter Woche für Woche verlangen. „Das ist etwas, woran wir alle arbeiten müssen. Sowohl verbale als auch körperliche Gewalt haben auf einem Fußballplatz absolut nichts zu suchen.“ Offensichtlich sei das noch nicht immer allen Personen so bewusst. „Dass nämlich ohne euer Wirken die Organisation und Durchführung des Fußballs undenkbar wäre.“ Ohne den zwölften Mann oder die Frau gehe es tatsächlich nicht. „Das ist nicht nur ein Slogan. Darin steckt ganz viele Wahrheit.“ Dabei sei die Arbeit als Schiedsrichter nicht immer vergnügungssteuerpflichtig.

Fast 8400 aktive Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter tragen in Niedersachsen dafür Sorge, dass Woche für Woche der Fußball rollen kann. Im Emsland gibt es aktuell 120 Fußballvereine, die 1200 Mannschaften gemeldet haben, darunter 800 Jugendteams. Geleitet werden die Partien im zweitgrößten Fußballkreis Niedersachsens von deutlich mehr als 400 aktiven Schiedsrichtern, davon zehn weibliche.

Eine Zahl, die nicht ausreicht, wie die der Fußballkreisvorsitzende Hubert Börger am Freitag verdeutlichte. „Wenn man das hier sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass wir im Emsland Schiedsrichtermangel haben. Aber es ist leider so.“ Man werde mit aller Macht daran arbeiten. „Wir müssen versuchen, die Vereine zu zwingen, mehr Schiedsrichter zu stellen“, sagte Börger. Der Verbandsschiedsrichterausschuss habe in diesem Zusammenhang seine volle Unterstützung.  

Eine Bildergalerie von der gesamten Veranstaltung findet man hier

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Seite zuletzt aktualisiert am: 16.01.2018

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