24.04.2022

Spende an die Oberahrtaler Sportfreunde e.V. übergeben

Autor / Quelle: FFor

Unvorstellbare Wassermassen hatten in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 die Region Trier und das Ahrtal in der Eifel getroffen. Die Folgen: Viele Tote und Verletzte und Schäden in Milliardenhöhe. Diese Katastrophe nahm damals der Vorstand des Kreisfußballverbandes Emsland zum Anlass, auf seinem Kreisfußballtag am 20. September 2021 zu Spenden für einen Sportverein in der betroffenen Region aufzurufen. Anhand von „Vorher-nachher-Fotos“ wurde den Delegierten deutlich vor Augen geführt, wie sehr die Oberahrtaler Sportfreunde von dieser Flut betroffen waren und noch sind, da sie innerhalb weniger Stunden ihre komplette Sportanlage mitsamt dem Inventar und dem für die Sportplatzpflege notwendigen Maschinenpark verloren haben.

Der Spendenaufruf führte letztlich dazu, dass – durch die Delegierten sowie weitere einzelne Spenden im Anschluss an den Kreisfußballtag – insgesamt 3000 Euro zusammenkamen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Spendenübergabe vor Ort immer wieder verschoben werden, sodass sich jüngst erst eine Delegation aus dem Emsland mit dem Kreisvorsitzenden Heinz-Gerd Evers, dem Ehrenvorsitzenden Hubert Börger und den beiden Vorstandsmitgliedern Reinhard Deermann und Friedhelm Forbriger auf den Weg in die betroffene Region machen konnten.

Empfangen wurden sie dort vom 1. Vorsitzenden der OASF, Udo Seifen, dem 2. Vorsitzenden Gerd Radermacher, dem bisherigen Platzwart Johannes Gitzen sowie Dieter Sesterheim, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Rhein/Ahr. Bei der Fahrt durchs Ahrtal bis zum Zielort konnte man bereits überall die zerstörerischen Folgen dieser Wassermassen sehen, die ganze Häuser mitgerissen und auch Straßen und Brücken beschädigten und zum Teil unpassierbar gemacht hatten. Unübersehbar waren allerdings auch überall die fleißigen Helfer, die für eine Säuberung der betroffenen Gebiete sorgten und bereits mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren.

Auf dem Sportgelände der OASF wurden die Emsländer dann mit der vollen „Wucht der Zerstörung“ konfrontiert. Das Vereinsheim, in dem Wasser, Schlamm und Geröll knapp 2 Meter hoch gestanden hatten, ist so nicht mehr nutzbar. Auch vom Sportplatz ist nichts mehr geblieben außer Geröll und angetriebenem Schrott. Da dieses Gelände nicht mehr als Sportplatz wiederhergestellt werden kann, wird es derzeit zur Lagerung des gesamten Abfalls genutzt, der von den umliegenden Bewohnern aus ihren Häusern und Gärten beseitigt und dorthin transportiert wird.

In ausgiebigen und teilweise sehr nahegehenden Gesprächen schilderten die Sportkameraden, wie sie die Stunden der Flut und die Folgen dieser teilweise 8 Meter hohen „Wasser- und Geröllwalze“ erlebt haben. Ein Sportkamerad kann derzeit nur noch notdürftig im Obergeschoss seines sehr stark beschädigten und mit Öl verseuchten Hauses leben und wird sich irgendwo ein neues Domizil schaffen müssen. Ein anderer Sportkamerad hatte nachts seine Mutter im Obergeschoss ihres Hauses in einem Zimmer einschließen müssen, weil er Angst hatte, dass sie in einem unbeaufsichtigten Moment im Erdgeschoss nach dem Rechten sehen würde und dabei dann wohl unweigerlich ertrunken wäre. Auch von Nachbarn, die mitsamt ihrem Haus von den Wassermassen mitgerissen wurden und dabei zu Tode gekommen waren, wurde berichtet.

Beide Vereinsvertreter sowie der Vorsitzende des Fußballkreises sprachen auch die Situation an, die sich aufgrund der großen Zahl von insgesamt 16 Fußballplätzen, die in der Region nicht mehr genutzt werden können, ergibt und wie sich dadurch derzeit der Trainings- und Spielbetrieb gestaltet. Dabei werde allen Beteiligten viel Organisationsgeschick abverlangt, denn alles das muss so koordiniert werden, dass die Zeiten auf den in der Nähe gelegenen und unbeschadet gebliebenen Plätzen von allen Fußballern effektiv (teilweise im „Schichtbetrieb“ bereits früh morgens beginnend) genutzt werden können.

Sehr überrascht und erfreut zeigten sich die Sportfreunde aus dem Ahrtal von der Spendenbereitschaft der emsländischen Fußballer und äußerten dabei die Hoffnung und den Wunsch, dass sich daraus vielleicht für die Zukunft sogar eine engere Verbindung herstellen ließe, indem auch Austausche von Fußballmannschaften im Junioren-, Juniorinnen- und Seniorenbereich stattfinden könnten. Auf jeden Fall will man im Kontakt miteinander bleiben, um auch die Arbeiten am Wiederaufbau eines Sportgeländes an einem neuen und nicht von Hochwasser bedrohten Standort verfolgen und ggf. unterstützen zu können. 

Heinz-Gerd Evers machte abschließend noch einmal deutlich, dass es allen Beteiligten aus dem Emsland schon ein wichtiges Anliegen war, hier einem in große Not geratenen Verein zu helfen, zumal auch der Niedersächsische Fußballverband in seinem Logo das Motto “Ein Ball verbindet“ trägt. Und dieses wird nun seitens des Kreisfußballverbandes auch über die Landesgrenzen hinaus bis ins arg ramponierte Ahrtal praktiziert.

Mit sehr emotionalen und anschaulichen Eindrücken traten die Delegierten des Kreisvorstandes die Heimreise an und waren froh, dass in unserer Region zumindest mit einem Vorkommnis in dieser zerstörerischen Art nicht gerechnet werden muss.

Auf dem Foto von links: Friedhelm Forbriger, Reinhard Deermann, Heinz-Gerd Evers, Udo Seifen, Hubert Börger, Dieter Sesterheim, Gerd Radermacher

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Seite zuletzt aktualisiert am: 24.05.2022

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