24.03.2021

Vereine im NFV-Kreis Emsland plädieren mit großer Mehrheit für Saisonabbruch 2020/2021

Autor / Quelle: FFor

Die spielleitenden Ausschüsse des Kreisfußballverbandes Emsland hatten aufgrund der vor wenigen Tagen vom NFV-Verbandsvorstand herausgegebenen Pressemitteilungen sowie der von der Bundesregierung vorgegebenen möglichen Öffnungsschritte nach Infektionsgeschehen erste Szenarien zur Fortsetzung der Spielsaison 2020/2021 entworfen und wollten diese in zwei getrennten Videokonferenzen mit den davon betroffenen Vereinsvertretern diskutieren.

Leider hatten sich allerdings in den vergangenen Tagen die Werte der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Emsland noch einmal deutlich (auf inzwischen 173,4) verschlechtert, wodurch Landrat Burgdorf den gesamten Kreis zur Hochinzidenzkommune erklärte und mit seiner Allgemeinverfügung Nr. 5 verschärfte Maßnahmen ab dem 24. März 2021 verhängt hat.

Aufgrund dieser Verschärfung und der auf der Bund-Länder-MPK am 22.03.2021 beschlossenen Regelungen wird es nun für unsere Vereine voraussichtlich unmöglich gemacht, den Trainingsbetrieb bereits vor dem 18. April 2021 wieder aufzunehmen. Da auch der Niedersächsische Fußballverband in seiner virtuell durchgeführten Verbandsvorstandssitzung am 23.03.2021 die aktuelle Situation diskutiert und neu bewertet hatte, ließen sich die ursprünglich vorgesehenen Lockerungsszenarien (siehe Meldung auf dieser Webseite vom 15.03.21) nicht mehr realisieren. So sei es kaum mehr möglich, nach entsprechender Öffnung das Mannschaftstraining und den Pflichtspielbetrieb so rechtzeitig wieder aufzunehmen, dass man an der sportlichen Fortsetzung und Beendigung der Saison 2020/21 bis maximal zum 21.07.2021 festhalten könne, hieß es aus der Sitzung. Deshalb wird der Verband im Rahmen einer ordentlichen Vorstandssitzung in der kommenden Woche zur weiteren Planungssicherheit für die Vereine und den Verband eine alternative und finale Entscheidung zum Umgang mit dem Spieljahr 2020/21 treffen. Als bevorzugte Variante wird dabei bereits jetzt der Abbruch in Form der Annullierung genannt.

In der gemeinsam durchgeführten Videokonferenz des Jugendausschusses und des Mädchenausschusses mit in der Spitze 104 Teilnehmenden konnten die Vertreter*innen der Vereine ihre Meinungen und Vorschläge anbringen. Dabei schälte sich heraus, dass - bis auf einige wenige Vereine - mit großer Mehrheit ein Abbruch der Saison gefordert wurde. Es wurde u.a. damit argumentiert, dass man wohl kaum einen sportlich fairen Wettbewerb weiterführen könne, zumal immer die Gefahr bestünde, dass sich Spieler wegen irgendwelcher Infektionsfälle im engeren Familien- oder Bekanntenkreis in Quarantäne begeben müssten und dann ihrer Mannschaft nicht zur Verfügung stehen könnten. Außerdem sei es unverantwortlich, Kinder aus Hotspots heraus oder in Hotspots hinein zu transportieren und damit möglicherweise wieder neue Infektionsketten auszulösen.

Einig waren sich aber alle Diskussionsteilnehmer, dass man – sobald es wieder behördlich genehmigt wird - den Fokus unbedingt klar auf das Training und danach evtl. auf Freundschaftsspiele legen sollte, zumal man gerade in den letzten Tagen gesehen habe, mit welcher Begeisterung die Kinder wieder beim Training dabei waren und sie unbedingt wieder Fußball spielen wollen. Für die kommende Saison kam der Vorschlag, den Fortgang des Infektionsgeschehens genau zu beobachten und ggf. kleinere Staffeln mit Mannschaften aus dem engeren Umkreis zu bilden, damit man die Spielstätten bestenfalls sogar mit dem Fahrrad erreichen könnte.

Einen Tag später äußerten die meisten der in der Spitze 130 anwesenden Vereinsvertreter in der vom Spielausschuss der Senioren und dem Frauenausschuss durchgeführten Videokonferenz ebenfalls sehr deutlich, dass sie unter den aktuell gegebenen Bedingungen keine Möglichkeit sehen, die Saison sportlich gerecht zu Ende zu bringen. Vor allem müsste erst einmal ein vernünftiger dauerhafter Trainingsbetrieb sichergestellt sein, um  auch wieder so fit zu werden, damit Verletzungen vermieden werden können. Darüber hinaus könne es nach wie vor regional zu einem unterschiedlich starken Infektionsgeschehen kommen, wodurch der eine oder andere Spieler sich in Quarantäne begeben müsse oder sogar Probleme mit seinem Arbeitgeber bekommen könnte, was letztlich auch zu einer Wettbewerbsverzerrung führen würde, weil Spieler möglicherweise dem Spielbetrieb fernbleiben. Eine Fortsetzung der laufenden Saison wurde mit großer Mehrheit abgelehnt, man sollte aber möglichst bald – soweit es die kommunalen Verordnungen zulassen – wieder Testspiele statt Punktspiele durchführen dürfen.

Äußerungen von Vereinsvertretern gingen sogar so weit, dass man überlege, bei einer möglichen (erzwungenen) Fortsetzung dieser Saison auf eine Teilnahme am Spielbetrieb zu verzichten. Ein wichtiger Aspekt war aber auch, dass die meisten Trainer-/Betreuerverträge zum 30.06. enden und neue Trainer ab dem 01.07. eingesetzt werden.

Allerdings gab es auch einige wenige Stimmen, die sehr bedauerten, dass man mit jungen motivierten Spielern nahe an einem möglichen Aufstieg war, dieses aber nun durch die Annullierung der Saison nicht möglich ist.

Den Beginn der neuen Saison, den man im Moment noch nicht klar terminieren kann, mögen die Spielausschüsse sorgsam planen, war auch der allgemeine Wunsch der Vereinsvertreter. Hier bieten sich bei weiteren unsicheren Bedingungen wieder die kleineren Staffelgrößen an, ansonsten würde man natürlich gerne wieder mit den Staffeln, wie sie vor der Pandemie gespielt wurden, planen. Noch nie haben Fußballer eine so lange erzwungene „Ruhepause“ gehabt, was letztlich auch bedeuten könnte, dass die Vorbereitungsphase vor der nächsten Saison möglichst lang sein sollte.

Der Kreispokal, in dem schon einige Runden gespielt wurden, soll auf jeden Fall, so Reinhard Schröer, ausgespielt werden.

Beide Videokonferenzen im Kreisfußballverband dienten lediglich der Meinungsbildung, die zu einem klaren Votum für einen Saisonabbruch führte. Eine letzte und finale Entscheidung über das weitere Vorgehen wird nun der NFV-Verbandsvorstand treffen, doch deutet derzeit vieles darauf hin, dass er in der kommenden Woche die "Notbremse" ziehen wird.

 

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 08.04.2021

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