Wo drückt der Schuh? - NFV-Kreis Emsland im Austausch mit seinen Vereinen

Zum „Vereinsdialog Light“ lud der Vorstand des NFV Kreis Emsland die hiesigen Fußballvereine nach Haselünne-Eltern ein. Ziel war es herauszufinden, wie die Kommunikation zwischen den Vereinen und dem NFV verbessert werden kann. Reinhard Dermann, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, moderierte den Informationsaustausch. Dermann: „Wo drückt der Schuh? Oft wird nur übereinander geredet. Mit diesem Format wollen wir nah bei den Vereinen sein. Es ist wichtig, dass wir miteinander reden, um Unklarheiten zu beseitigen und Verbesserungen herbeizuführen.“
Hierzu wurde zu verschiedenen Themenblöcken diskutiert.
Keine „Pyro“ bitte!
Sehr wichtig war den Teilnehmern das Thema Pyrotechnik. Wobei Reinhard Schröer aus dem NFV-Vorstand hervorhob, dass es in der Hinserie bisher keine Probleme mit der gefährlichen Pyrotechnik gegeben hat. Schröer: „Die Vereine gehen in der Regel sehr verantwortungsbewusst mit der Pyrotechnik um, da sie sich der Gefahren bewusst sind.“ Pyrotechnik ist auch nicht grundsätzlich verboten. Sie muss jedoch im Vorfeld beim DFB genehmigt werden. Dies sei jedoch ein sehr aufwendiges Verfahren und strengen Regeln unterworfen. Dies liegt daran, dass diese „Choreografie im Stadion“ sehr gefährlich ist, wie man kürzlich in Rostock erfahren konnte. Die Feuerwerkskörper werden bis zu 2000 Grad Celsius heiß und können nicht gelöscht werden. Gerade auf engem Raum können so schnell Unbeteiligte – insbesondere Kinder - schwer verletzt werden. Ungenehmigte Pyrotechnik wird daher streng sanktioniert und für die Vereine teuer. Die Vereine werden daher gebeten in den Eingangsbereichen der Vereinsgelände mit den Aushängen „Keine Pyro bitte!“ auf das Verbot von Pyrotechnik hinzuweisen. Eine entsprechende Plakatvorlage kann hier heruntergeladen werden.
Was interessieren uns Einladungen zu Fußballturnieren aus Süddeutschland?“
Als ein weiteres ständiges Problem stellte sich das DFB-Postfach heraus. Nur über diese Postfächer kann im Rahmen des DFB „rechtssicher“ miteinander kommuniziert werden. Im Verlauf der Diskussion stellte sich heraus, dass viele Verantwortliche in den Vereinen keine Zugangsberechtigung zum jeweiligen Postfach haben. Zugang hat meist nur der Vorsitzende und der Schriftführer, die aber in der Regel die Nachrichten weiterleiten. Was vielen jedoch nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass man auf diese Weiterleitungen nicht antworten kann. Somit gehen wichtige Informationen verloren. Hinzu kommt, dass viele andere Kommunikationswege im Verein (z.B. WhatsApp) genutzt, diese aber nicht vom DFB akzeptiert werden. Zudem wurde bemängelt, dass im DFB-Postfach oftmals zu viele Spam-Nachrichten weitergeleitet werden. „Was interessieren uns im Emsland Einladungen zu Fußballturnieren oder andere Infos aus Süddeutschland?“ Man einigte sich darauf zukünftig im DFB-Postfach im Betreff der Überschrift das Kürzel „NFV-EL“ voranzustellen und die Nachricht „mit hoher Priorität“ zu kennzeichnen. Zusätzlich wird seitens des NFV-Vorstandes beim Verband in Barsinghausen nachgefragt, ob es im Programm möglich sei „Filter einzubauen“, um allen Beteiligten den Umgang mit dem Postfach zu erleichtern.
Der Fußball braucht euch – Städte und Gemeinden sollen „Ehrenamtskarte“ fördern
Ohne das Ehrenamt kann der Fußball nicht existieren. Er ist das Rückrad der Vereine. Der NFV wollte daher wissen, wie die einzelnen Vereine mit dem Ehrenamt umgehen. „Wir können alle nur voneinander lernen“, so der Tenor an diesem Abend. Jeder Verein hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Wie gewinne ich Ehrenamtliche und kann sie im Verein halten? Dazu wurden an diesem Abend mehrere Anregungen gegeben. In einigen Vereinen findet jährlich ein „Ehrenamtsfest“ statt, um den unentgeltlichen Helfern Wertschätzung zu zollen. Es wurde bemängelt, dass die „staatliche“ Ehrenamtspauschale eigentlich zu gering ist. Hingewiesen wurde auf die offizielle „Ehrenamtskarte“, die ehrenamtlich Tätige leicht über das Onlineportal „FreiwilligenServer Niedersachsen“ unter https://www.freiwilligenserver.de/ehrenamtskarte/beantragung-ehrenamtskarte beantragen können. Mit dieser Ehrenamtskarte erhalten die Inhaber in vielen Unternehmen und Städten/Gemeinden starke Vergünstigungen. Beispielhaft positiv hervorgehoben wurde die Stadt Haselünne, in der es für die Ehrenamtlichen viele Vergünstigungen für Ehrenamtliche gibt. Alle Anwesenden waren sich einig, dass andere Städte und Gemeinden diesem Beispiel folgen sollten. Zugleich wurde an alle Sportvereine im Emsland appelliert, Inhabern der Ehrenamtskarte bei sportlichen Veranstaltungen freien Eintritt zu gewähren. „Wir verzichten dann zwar auf einen Teil der Eintrittsgelder, schaffen aber stattdessen einen großen Anreiz Ehrenamtliche, die wir dringend benötigen, für unseren Verein zu gewinnen.“
Ohne Schiedsrichter geht es nicht
Kein Schiedsrichter, keine Fußballspiele. Auf diesen kurzen Nenner kann man die Rolle der Schiedsrichter bringen. Es ist daher sehr wichtig für den Fußballsport neue Schiedsrichter zu gewinnen und diese zu halten. Dabei liegt der Fokus sowohl auf Jungschiedsrichter, als auch auf Schiedsrichter älterer Jahrgänge. Während Jungschiedsrichter vom Verein an die Hand genommen werden müssen, sollten auch Personen ab 40 Jahre angesprochen werden, sich als Schiedsrichter zu engagieren. Bei jungen Schiedsrichtern liegt das Problem oft darin, dass oftmals übersehen wird, dass auch gute Schiedsrichter nicht komplett ausgebildet vom Himmel fallen. Genau wie Fußballer im Training und in vielen Spielen lernen und Erfahrungen sammeln, müssen auch junge Schiedsrichter erst Erfahrungen sammeln, bevor sie alles richtig machen. Manche Schiedsrichterentscheidungen mögen daher von den Zuschauern nicht geteilt werden und zu Unmut führen, sie lassen sich aber nicht vermeiden. Da hilft nur „Ruhe bewahren“ und den Schiedsrichtern den Rücken zu stärken. Es kam hierzu auch die wichtige Anregung neue Schiedsrichter nicht gerade als Schieds- oder Linienrichter in wichtigen Spielen oder Derbys einzusetzen.
Um ältere Schiedsrichter zu gewinnen, werden inzwischen auch Onlinekurse angeboten. An 6 Abenden a 3 Stunden erhalten die Lehrgangsteilnehmer die Grundbefähigung ein Spiel zu pfeifen. Es kam die Anregung, diesen älteren Schiedsrichtern auf dem Platz auch das für sie „neue“ Stellungspiel zu zeigen. „Ich kann jahrelang aktiv Fußball gespielt haben, als Schiedsrichter muss ich mich einfach anders bewegen, um wichtige Entscheidungen auch richtig sehen zu können.“
Gerade Frauen und Mädchen werden vom Verband als Schiedsrichterinnen gefördert. Alle neuen Schiedsrichterinnen erhalten vom NFV eine wertvolle Erstausstattung, bestehend aus Trikot, Hose, Stutzen, Karten-Set und Pfeife geschenkt. Zusätzlich erhalten Vereine ab drei neuen Schiedsrichterinnen 200 Euro für die Vereinskasse.
Qualifizierung & Ausbildung
Zum Schluss wurden noch die Bereiche Qualifizierung und Ausbildung angesprochen. Den entsprechenden Ausschuss beim NFV-Emsland hat kommissarisch Friedhelm Forbriger übernommen. Das umfangreiche Angebot wird gerade umgestellt und ergänzt. Alles Wissenswerte hierzu ist auf der Homepage unter https://www.nfv-emsland.de/ im Bereich Qualifizierung zu finden.
Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Vereine gern die kostenlose Beratung des DFB in Anspruch nehmen können. Als Vereinsberaterin steht Kerstin Kossen allen vereinen als kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Link zum DFB-Punktespiel. Unter https://www.nfv-emsland.de/nfv-kreis/news/news-detail/attraktive-preise-fuer-unsere-vereine-mit-dem-dfb-punktespiel können Vereine sehr einfach attraktive Sachpreise für ihren Verein erhalten.
Bildunterschrift: Wo drückt der Schuh? Beim Vereinsdialog Light diskutierten Vertreter aus Fußballvereinen mit dem Vorstand des NFV Kreis Emsland. – Fotos und Text: Ralf Diedrichs