NFV Kreis Emsland forciert Reformkurs im Jugendfußball: Flexibilität und Förderung im Fokus

Der Jugendausschuss des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) Kreis Emsland hat im Rahmen seines jüngsten Kaminabends die strategischen Weichen für die kommende Saison 2026/2027 gestellt. Vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Hallensaison mit einem Teilnehmerplus von über 13 Prozent präsentiert der Verband ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Modernisierung des Spielbetriebs.

Insbesondere wurden die folgenden vier Themenbereiche erörtert:

Pädagogische Wende im Kinderfußball

Inden Altersklassen G- bis E-Jugend setzt der NFV Emsland konsequent auf kleine Spielfelder und verpflichtende Rotation. In der G- und F-Jugend wird auch weiterhin im 3 gegen 3 auf 4 Minitore gespielt und unter dem Leitmotiv „Alle Kinder spielen lassen“ wird nun das 5 gegen 5 im Twin-Modus auf Jugendtore in der E-Jugend zum Standard, um maximale Ballkontakte und Spielzeit für jeden Einzelnen zu garantieren. Der pädagogische Auftrag steht hierbei klar vor dem Tabellenstand.

Innovation gegen den Mitgliederschwund

Zentrales Element der neuen Saison ist die Flexibilisierung der Mannschaftsgröße in der A-, B- und C-Jugend. Durch die Zulassung von 7er- und 9er-Teams neben dem klassischen 11er-Feld und der „Willie-Liga“ reagiert der Verband proaktiv auf personelle Engpässe in den Vereinen. Ziel ist die lückenlose Aufrechterhaltung des Spielbetriebs in der Fläche.

Individuelle Förderung durch Sonderspielrechte und Playing Down

Als Antwort auf die unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten Jugendlicher verstetigt der Kreis Sonderspielrechte unter anderem wenn eine fehlende Spielmöglichkeit besteht, wegen einer Behinderung und das Pilotprojekt Playing Down.

Beim Playing Down erstreckt sich die Maßnahme ausschließlich auf die beiden folgenden Altersklassen: U16 => Teilnahme am Spielbetrieb der C-Jugend und U14 => Teilnahme am Spielbetrieb der D-Jugend. Es ermöglicht Spielern der U16 und U14, temporär in niedrigeren Altersklassen anzutreten, wenn die Entwicklungsverzögerung durch einen Facharzt bestätigt wird. Diese Maßnahme dient der gezielten Förderung und soll den vorzeitigen Ausstieg aus dem aktiven Sport verhindern.

Alle Anträge sind ausschließlich digital über das DFBnet-Postfach an den KJO Stefan Jürgens zu richten. Zudem behält sich der KJA das Recht vor die erteilte Genehmigung unter Umständen (nicht gerechtfertigte Zurückstellung) mit Wirkung für die restliche Saison zurückzuziehen.

Sicherheit, Disziplin und Zeitstrafen

Neben sportlichen Reformen verschärft der Verband die administrativen und sicherheitstechnischen Vorgaben. Die verpflichtende Sicherung von Toren gegen Umkippen sowie die konsequente Nutzung digitaler Kommunikationswege im DFBnet sind ab sofort bindend.

Zur Stärkung des Fair-Play-Gedankens werden zudem neue Leitlinien für Zeitstrafen bei unsportlichem Verhalten eingeführt. Beim ersten Vergehen kann vom Schiedsrichter entweder eine 5minütige Zeitstrafe (simulieren, Spielverzögerung, unsportliches Protestieren oder unzulässiges Täuschen beim Strafstoß) oder eine „Gelbe Karte“ (alle übrigen Vergehen) gegeben werden. Beim zweiten Vergehen erfolgt automatisch eine „Rote Karte“.

Die neue Feldsaison startet am 21. August 2026. Der NFV Kreis Emsland unterstreicht mit diesen Neuerungen seinen Anspruch, einer der modernsten und anpassungsfähigsten Kreise im niedersächsischen Fußballverband zu bleiben.

Wer nähere Einzelheiten über die Neuerungen im Jugendbereich erfahren möchte, findet die Präsentation des Kaminabends auf der Homepage des NFV Kreis Emsland unter

https://www.nfv-emsland.de/fileadmin/Bezirke_Kreise/Kreis_Emsland/Inhalt/Spielbetrieb/Junioren/KJA_Aktuell/2026/Pr%C3%A4sentation_Kaminabend_I_-_2026.pdf

Bild: Ralf Diedrichs
 

 


Autor: RaDi / F. Forbriger