Ohne Schiedsrichter kein Spiel - NFV-Kreis Emsland ehrt 13 Vereine für besonderes Engagement

Unter dem Motto „Gemeinsam für unsere Schiedsrichter“ hat der NFV-Kreis Emsland im

Haus des Sports Vereine ausgezeichnet, die mehr Schiedsrichter stellen, als sie nach dem

offiziellen Schiedsrichtersoll müssten. 13 Clubs erhielten deswegen für ihr Engagement eine

finanzielle Anerkennung in Gesamthöhe von 3.725 Euro.

„Diese Veranstaltung dient dem Zweck, euch zu danken für euer Engagement im
Schiedsrichterwesen“, betonte Kreisvorsitzender Heinz-Gerd Evers in seiner Begrüßung. „Ohne
Schiedsrichter unmöglich – ohne Schiedsrichter kein Spiel“, brachte er die Bedeutung der
Unparteiischen für den Amateurfußball auf den Punkt.


Schiedsrichterwesen im Emsland: 437 Unparteiische für 564 Mannschaften
Schiedsrichterobmann Tobias Dankert skizzierte die aktuelle Lage im Emsland. Der Kreis zählt
über 130 Vereine mit 564 Mannschaften, die aktuell 437 Schiedsrichter stellen. Dabei ist die
Verteilung der Schiedsrichter nicht in jedem Verein gleich gut. Während 27 Schiedsrichter sehr
viele Spiele pfeifen und regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, gibt es auch 159
Schiedsrichter mit der internen Wertung „0“, deren Engagement noch ausbaufähig ist. Vor allem
in dieser Gruppe sieht der Kreisschiedsrichterausschuss ein großes Potenzial, um Lücken zu
schließen. Dazwischen liegen noch 129 Referees mit der Wertung „1“ und 122 Schiedsrichter
mit der Wertung „05“.
Dankert machte deutlich, dass die Herausforderung weniger in der Ausbildung als in der
Bindung liegt: „Wir haben jedes Jahr 30, 40, 50 Schiedsrichter, die einen Schiedsrichterschein
machen. Aber nach zwei, drei oder fünf Jahren ist die Zahl dann eben so: Zehn Prozent
überleben – und der Rest hört auf.“
Vereine mit zusammen 27,5 Schiedsrichtern über Soll – Engagement, das zählt
Insgesamt 27,5 Schiedsrichter über dem verpflichtenden Soll stellen die ausgezeichneten
Vereine gemeinsam. Die Spanne reicht von +0,5 bis +8 Schiedsrichtern über Soll. Evers stellte
klar, dass der Begriff „Übersoll“ eigentlich in die falsche Richtung weist: „Man kann nicht zu
viele Schiedsrichter haben.“ Vereine, die dauerhaft deutlich über Soll liegen, seien für den

Spielbetrieb unverzichtbar – gerade vor dem Hintergrund, dass der deutsche Fußball in den
letzten zehn Jahren etwa 25 Prozent seiner Schiedsrichter verloren hat.
Ausgezeichnet wurden:


+0,5 Schiedsrichter über Soll – je 100 Euro Ehrungssumme
SV Dohren e.V.
SV Eisten-Hüven e.V.
+1 Schiedsrichter über Soll – je 150 Euro Ehrungssumme
SV Neubörger e.V.
SV Fortuna Beesten e.V.
SV Viktoria Ahlen-Steinbild 1922 e.V.
FC Bockholte 66 e.V.
SV Fortuna Fresenburg e.V.
SV Neurhede e.V.
+1,5 Schiedsrichter über Soll – 225 Euro Ehrungssumme
SV Eintracht Schepsdorf e.V.
+2 Schiedsrichter über Soll – je 300 Euro Ehrungssumme
SV DJK Fehndorf e.V.
SV Germania Thuine 1929 e.V.
Spitze im Kreis – 4 bzw. 8 Schiedsrichter über Soll
SV Concordia Langen e.V. (+4 SR, 600 Euro)
SV Surwold e.V. (+8 SR, 1.200 Euro)


Dankert lobte besonders die langfristige Arbeit dieser Vereine: „Das ist keine Eintagsfliege,
sondern Ergebnis eines riesigen Engagements der letzten Jahre.“
Keine Punktabzüge – Strafgelder fließen in Schiedsrichter-Erhalt
Im Verband steht regelmäßig zur Diskussion, Vereine mit Schiedsrichtermangel nicht nur
finanziell, sondern auch sportlich zu sanktionieren. Evers stellte dazu klar: „Wir brauchen uns
nichts vormachen: Auch wir haben zu wenig Schiedsrichter. (…) Aber ich kann euch sagen :
Tobias Dankert als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses und auch meine Wenigkeit
werden dieses Anliegen – Punktabzüge für Mannschaften – auf gar keinen Fall unterstützen.“
Stattdessen setzt der Kreis auf ein anderes Steuerungsmodell: Vereine, die zu wenig
Schiedsrichter stellen, zahlen weiterhin Strafen. Ein Teil dieser Gelder fließt gezielt an die Clubs
zurück, die mehr Schiedsrichter als gefordert stellen und damit zusätzliche Aufwände für
Ausstattung, Betreuung und Bindung haben. Dankert: „Wir investieren diese Strafgelder direkt
in die Erhaltung der Schiedsrichter.“
Modelle anderer Kreise, in denen Schiedsrichter direkte Geldprämien pro Spiel oder pauschale
Jahresprämien erhalten, sieht der Kreisschiedsrichterausschuss kritisch. „Das ist für den einen
oder anderen Schiedsrichter sicherlich lukrativ, aber es ist nicht das, was wir vermitteln wollen“,
sagte Dankert. Im Emsland solle langfristiges Engagement im Vordergrund stehen – unterstützt
durch gute Ausstattung, Begleitung, Veranstaltungen und Einbindung ins Vereinsleben.
Gewinnen, begleiten, binden: Schiedsrichter sollen den Verein „spüren“
Der Kreisschiedsrichterausschuss hat ein mehrstufiges Konzept, um neue Schiedsrichter zu
gewinnen, beim Einstieg zu begleiten und langfristig zu binden. Dazu gehören gezielte
Werbekampagnen für Lehrgänge, ein umfassendes Patenmodell sowie feste Ansprechpartner
in den Vereinen.
Ein zentrales Problem beschreibt Dankert so: „Der eigene Schiedsrichter im Verein hat jedes
Wochenende ein Auswärtsspiel. Die Herausforderung ist daher, dass der Schiedsrichter
dennoch den Verein ‚spürt‘.“ Darum sei es entscheidend, Schiedsrichter ins Vereinsleben
einzubinden – etwa über gemeinsame Fahrten, Ehrungen, Einladungen zu
Vereinsveranstaltungen und die Sichtbarkeit in Berichten und Social Media.
Evers unterstrich diesen Gedanken: „Der Schiedsrichter ist genauso ehrenamtlich tätig wie
jeder Betreuer in eurem Verein. Man sieht ihn nur nicht, weil er eben immer irgendwo
unterwegs ist. Und von daher hat er eben genau die gleiche Wertschätzung verdient wie alle
anderen, die ehrenamtlich für euren Verein tätig sind.“
Best Practice aus den Vereinen: Erfahrungen teilen
Im Anschluss an die Scheckübergabe tauschten sich die anwesenden Vereine entlang der drei
Leitfragen „Gewinnen“, „Begleiten“ und „Binden“ darüber aus, was sie für ihre Schiedsrichter
tun:
Ziel des Abends war es, diese positiven Beispiele sichtbar zu machen und anderen Vereinen
Empfehlungen an die Hand zu geben. „Man soll ja nicht über die reden, die nicht da sind“, sagte
Dankert mit Blick auf die Vereine mit Untersoll. „Heute geht es um diejenigen, die seit Jahren
zeigen, wie es funktionieren kann.“
Am Ende des Abends stand noch einmal die Kernbotschaft, die auch die Präsentation prägte:
„Ohne Schiedsrichter kein Spiel.“ Evers bedankte sich bei den Vereinen: „Danke für euer
Engagement – für eure Vereine, für unsere Schiedsrichter, für den Fußball.“
Der NFV-Kreis Emsland will den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen: mit Ehrungen,
Begleitung durch Paten, Ansprechpartnern in den Vereinen und gezielten Aktionen für
Schiedsrichter. Dankert formulierte den Anspruch so: „Engagement ist das, was an der Stelle
zählt.“ Die geehrten Vereine sollen dabei Vorbilder sein – und Mut machen, das eigene
Schiedsrichterwesen im Verein aktiv zu gestalten.
Bilder der Veranstaltung und den ausgezeichneten Vereinen wurden auf der App des NFV Kreis
Emsland unter nfv-emsland.app/bilder
Bildunterschriften:
Der SV Surwold e.V. und der SC Concordia Lingen e.V. sind die erfolgreichsten Vereine bei der
Schiedsrichtergala 2026.
Bilder: Ralf Diedrichs